Glossar

 

 

A

ACE

ACE = Angiotensin converting enzyme. ACE ist ein Enzym, das in das Regulationssystem für den Blutdruck eingreift, indem es das sogenannte Angiotensin I (ebenfalls ein Enzym) in das blutdrucksteigernde Angiotensin II (ein weiteres Enzym) spaltet. Der ACE-Spiegel im Blut kann bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. Sarkoidose erhöht sein. Die ACE-Bestimmung im Blut kann in beschränktem Umfang für die Verlaufskontrolle der Sarkoidose eingesetzt werden.

Autoimmunkrankheiten

Durch Autoantikörper(Antikörper, die gegen körpereigene Substanzen wirken) verursachte Krankheit, z. B. Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder der M. Basedow, der durch einen hormonell aktiven Autoantikörper ausgelöst wird. Das Therapieprinzip beiA. ist die Hemmung und Unterdrückung der Leistungen der Immunabwehr mit Cortison und
anderen Immunsuppressiva.

B

BAL

Spülung während einer Bronchoskopie (direkte Betrachtung des Bronchialsystems von innen) zur Gewinnung von Zellmaterial

bihilär

beide Hilusdrüsen an der Lunge betreffend

bronchoalveoläre Lavage

s. BAL

Bronchoskopie

Untersuchung des Bronchialsystems mit einem Spezialendoskop (Bronchoskop)

C

Computertomogram

Abk. CT, computergestütztes Schichtaufnahmeverfahren der Röntgendiagnostik

D

Double-blind

Der Doppel-Blind-Versuch: Man will herausfinden, ob eine Arzneimittel, z.B. ein Schmerzmittel, die erhoffte Wirkung erzielt. Dazu teilt man im Prinzip eine Gruppe von Schmerpatienten in zwei Unter-Gruppen ein. Eine soll das Schmerzmittel bekommen. Das ist die Experimentalgruppe. Die andere Gruppe erhält ein Placebo, eine gleich aussehende Zuckerpille ohne Wirkstoff. Das ist die Kontrollgruppe.
Da man aus Erfahrung weiß, dass Schmerzpatienten auf Placebos sehr gut reagieren und dass es in jeder Gruppe zu Spontanheilungen kommt, die dann dem Arzeimittel zugeschrieben werden, muss sich die Experimentalgruppe von der Kontrollgruppe in den Langzeiteffekten signifikat unterscheiden, damit das Arzneimittel als wirksam gilt.
Man weiß auch, dass das Verhalten des Arztes voller unbewusster Signale ist, wenn er weiß, wer zur Kontrollgruppe und wer zur Experimentalgruppe gehört. Dadurch könnte der Heilungserfolg auch beeinflusst werden.
Deshalb greift man zu zwei Methoden des Sich-blind-machens: Die Erste ist, dass die Patienten nicht wissen, ob sie den Wirkstoff oder das Placebo erhalten. Die Zweite ist, dass auch die behandelnden Ärzte und die Personen, die die Behandlungsergebnisse ermitteln, nicht wissen, wer der Kontrollgruppe und wer der Experimentalgruppe angehört. Denn auch beim Messen könnte dieses Wissen die Messergebnisse beeinflussen. Erst ganz am Schluss, wenn die Messergebnisse feststehen, wird der Code über die Zugehörigkeit zu den Gruppen geöffnet.
Manchmal geht es der Experimentalgruppe aber so offensichtlich besser als der Kontrollgruppe, dass der Versuch aus ethischen Gründen vorzeitig abgebrochen wird, um die Kontrollgruppe nicht zu schädigen.

E

Erythema nodosum

anfangs hell-, dann dunkelrote, rundliche oder ovale, sehr druckschmerzhafte derbe Knoten

F

Fibrose

Narbiger Umbau des Bindegewebes des Lungengerüstes, führt zum Funktionsverlust der betroffenen Lungenbereiche (Behinderung des Gasaustausches, Verlust der Elastizität und Dehnbarkeit des betroffenen Lungengewebes)

G

Granulom

granula (lat.) ... das Körnchen
Knotenförmige Wucherungen bei verschiedenen chronischen Krankheiten wie Lepra, Tbc
und Syphilis. G. entstehen durch eine spezifische Form der Entzündung, der granulomatö-
sen
Entzündung. Gebräuchlich ist der Begriff z.B. bei Granulomatöser Hepatitis bei Tbc
oder bei der Lymphogranulomatose, die auch unter dem Beinamen M. Hodgkin bekannt ist.

H

Hiluslymphknoten

Regionale Lymphknotenpakete, die entlang der Trachea und des Hilus der Lungen
gelegen sind. Im Klinikjargon gebräuchlich bei der Beurteilung des Röntgen-Thorax
und intraoperativ. Bei Primärtuberkulose bildet der geschwollene H.-LK zusammen mit
dem befallenen Bronchialabschnitt den sog. Primärkomplex, der später meist verkalkt. Bei
CLL und M. Hodgkin als Hilus-Lymphom.

I

Interstitium

engl. interstice = Zwischenraum; im Zwischengewebe liegender Raum, der zwischen den organtypischen Parenchymzellen gelegene Raum, der Bindegewebe, Gefäße und Nerven enthält.

Interleukin-2

Die Zellen des Immunsystems, die innerhalb eines Organismus für die Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen schädlichen Einflüssen zuständig sind, "verständigen" sich untereinander auf chemischem Wege. Das heißt, sie produzieren eine Vielzahl verschiedener Stoffe, die ins Blut abgegeben werden und für andere Zellen Signalfunktion haben. Andere, spezialisierte Zellen werden von dieser Nachricht erreicht und für ihre Aufgabe aktiviert.

Körpereigene Substanzen, die solche Funktionen haben, werden als Zellhormone oder auch Zytokine bezeichnet. Werden sie von Zellen des Immunsystems gebildet, nennt man sie nach ihrem Bildungsort, den Lymphozyten, Lymphokine.

Ein solches Lymphokin ist auch das Interleukin 2 (IL-2). Man hat festgestellt, dass bestimmte weisse Blutkörperchen mit wesentlicher Funktion in der Abwehr durch diese Substanz zu Wachstum, Reifung und Teilung angeregt und überdies aktiviert werden.

J

K

L

Lymphom


Sammelbegriff für Lymphknotenvergrößerung

1. entzündliche, gutartige Vergößerung bei
Infektionskrankheiten als Ausdruck der Abwehrtätigkeit der Lymphknoten.
2. malignes, bösartiges L. bei Krankheiten, die durch maligne Entartung von Lymphzellen
oder Zellen des RES entstehen, wird auch volkstümlich Lymphkrebs genannt.

Lymphknoten

Abk. LK; sie sind von einer Bindegewebskapsel umschlossen, bohnengroß und im Körper parallel zu den Blutgefäßen perlschnurartig über die Lymphstränge miteinander verbunden anzutreffen. Die Aufgaben sind Infektabwehr, sanfte Drainage der Gewebe und Filterung etwaiger Erreger, Zell- und Tumortrümmer. Klinische Bedeutung bei lymphogenen Metastasen und Lymphadenitis.

M

mediastinal

Im Mediastinum gelegen; das Mediastinum ist das mittlere Gebiet des Brustraums, das zwischen den beiden Lungenflügeln liegt. Hier findet sich das Herz und die großen Gefäße, Ösophagus und
Trachea sowie der Thymus.

Methylprednisolone

s. Prednisolone

N

O

Open

Offene Studie, bei der Arzt und Patienten wissen, wer zur Kontroll- und wer zur 

P

Placebo

Als Placebo bezeichnet man Medikamente, die ohne Wirkstoffe sind - und von daher auch nicht wirken sollten. Sie werden bei medizinischen Untersuchungen regelmäßig als Kontrolle eingesetzt: Ein Teil der Probanden bekommt das zu testende Medikament, ein anderer Teil eines ohne Wirkung - ein Placebo eben. Zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen beiden Kontrollgruppen, hat das getestete Medikament augenscheinlich eine Wirkung. Dennoch können Placebos eine Wirkung zeigen: Vor allem dann, wenn die Krankheit psychosomatisch ist oder aber, wenn der Patient allein durch das Hoffen auf das Medikament seine Selbstheilungskräfte aktiviert.

pulmonal

pulmo ... (lat.) die Lunge betreffend Gebräuchlich zur Bezeichnung anatomischer,
physiologischer und klinischer Sachverhalte, die die Lunge betreffen, z.B.: p. Hochdruck
p. Manifestation der Tuberkulose p. Metastasierung

Prednisolone

Prednisolon zählt zu den Kortisonen. Diese Hormone werden vom Körper in der Nebennierenrinde gebildet und haben Einfluss auf seine gesamten Stoffwechselvorgänge.

Kortisone regen die Leber an, Fett- und Eiweißbestandteile des Blutes in Zucker umzuwandeln. In Stresssituationen (Unfälle, körperliche Belastungen, Fieber, Entzündungen) sorgen sie für die Bereitstellung von Energie für den Körper. Sie hemmen Entzündungsvorgänge und unterdrücken die Bildung von Antikörpern, schwächen dadurch aber auch das Immunsystem.

Als Kortison hat Prednisolon viele Einsatzgebiete. Leider treten bei längerer Einnahme auch eine Vielzahl von unerwünschten Nebenwirkungen auf.

Prednisone

s. Prednisolone

R

Restitutio ad integrum

Vollständige Wiederherstellung des urspünglichen, unversehrten Zustands. Dies kann spontan oder durch Behandlung geschehen. Dieser Begriff wird auch im Zusammenhang mit einer konservativen Arzneimitteltherapie oder bei Wiederherstellung durch einen chirurgischen Eingriff gebraucht. --> Regeneration --> Defektheilung

Rezidiv

Wiederauftreten der Krankheit nach scheinbar völliger Ausheilung. Dieser Begriff wird meist
im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten und metastasierenden Karzinomen gebraucht.
Man unterscheidet dabeiein Früh-R. und das Spät-R.

Randomized

Randomisierung Verteilung von Patienten nach dem Zufallsprinzip in eine Studien- und Kontrollgruppe, meist mittels eines Computer-Losverfahrens.

Durch eine Randomisierung sollen Patientengruppen entstehen, die sich in der Gesamtheit möglichst wenig unterscheiden.

Dadurch sollen Einflußfaktoren wie Alter oder Geschlecht ausgeglichen und systematische Fehler vermieden werden.

 

S

T

Thorax

Brustkorb; nach außen hin begrenzt durch Teile des Skeletts, d.i. die Brustwirbelsäule, der zu einem Korb ausgeformte Rippenbögen, vorne vereinigt durch das Brustbein, nach unten hin begrenzt durch das Zwerchfell. Der Brustkorb schützt die inneren Organe Herz und Lungen wie der obere Panzer einer Ritterrüstung, im unteren Teil dieses Panzers finden auch noch die hochverletzliche Leber und Milz Platz. Die beweglichen Rippen beteiligen sich an der Atmung.

Tuberkulintest

Der positive Ausfalle des Tests zeigt den Kontakt mit Tbc-Erregern oder eine zurückliegende Impfung an. Bei negativem Ausfall ist eine Tuberkulose unwahrscheinlich.

U

V

W

X

Y

Z